Um meine Vision zu verstehen, ist es unerlässlich meine Geschichte zu kennen. Denn mein Lebensweg durch die verschiedenen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben haben meine Arbeitsweise als Dozent und mich persönlich nachhaltig geprägt.
Der Rettungsdienst
Bereits in jungen Jahren hatte ich ein ausgeprägtes Interesse an medizinischen Themen. Nachdem mein großer Bruder den Weg in die Humanmedizin wählte, wollte ich eigentlich mit einem Studium der Veterinärmedizin meinen eigenen Weg in die Medizin finden. Als Zivildienstleistender arbeitete ich dann allerdings im Rettungsdienst und schloss dort auch meine Ausbildung zum Rettungssanitäter ab. Ich erinnere mich noch an meinen zentralen Gedanken:
"Wenn ich schon nicht zur Bundeswehr gehe, dann mache ich etwas sinnvolles, aus dem ich immer wieder schöpfen kann."
Mit dieser Überlegung hätte ich nicht richtiger liegen können. Die Pläne der Veterinärmedizin waren schnell vergessen.
Blaulicht ist ansteckend
Im Laufe meiner Zivildienstzeit hatte ich Gefallen an der Arbeit im Blaulicht und auf der Straße gefunden. Die schnelllebigen Einsätze, die Kollegen und vor allem das Lösen der kleinen sowie ganz großen Probleme der Menschen erfüllten mich.
Gerade die Einsätze, welche wir gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr oder den Kollegen der Polizei bestritten, waren herausragend und letztlich öffnete sich dadurch gedanklich eine neue Tür für mich:
Ich wollte Polizeibeamter werden.
#babypolizist
Der Einsatz- und Streifendienst
Nach drei Jahren Bachelor-Studium, einem Jahr in der Bereitschaftspolizei und Zeit in einer Verfügungseinheit war es um mich geschehen: Der Einsatz- und Streifendienst hatte mein Herz erobert. Keine Tätigkeit in meinem Leben hatte mir bisher so viel Spaß gemacht, auch wenn ich erst die für mich passende Einheit finden musste, um richtig loslegen zu können.
Die vielseitigen Einsätze, das selbstständige Arbeiten, die große Verantwortung, das eingespielte Team - ich bin für knapp acht Jahre genau dort gewesen, wo ich sein wollte und konnte gleichzeitig als polizeilicher Rettungssanitäter umfassende Erfahrungen sammeln.
Verwendungsbreite
Mit zunehmender Diensterfahrung wuchs auch der Aufgabenbereich. Nebenamtlich wurde ich mit privater Erfahrung aus verschiedenen Kampfsportarten und realitätsbezogener Selbstverteidigung nicht nur Trainer für das Abwehr- und Zugriffstraining, sondern durfte als Rettungssanitäter auch den gesamten Bereich der Ersten Hilfe in meiner Polizeiinspektion übernehmen.
Beiden Aufgaben gehe ich bis heute mit sehr viel Freude nach und es ist mir gelungen, die gesamte Fortbildung in Sachen Erste Hilfe zu einem modernen Theorie-Praxis-Verbund mit umfassenden taktischen Anteilen zu reformieren. Meine Erfahrungen aus beiden Blaulicht-Welten sind hierbei entscheidend und die Fortbildungen sind bis heute nahezu immer ausgebucht.
Planänderung
Als angehende Führungskraft im Einsatz- und Streifendienst waren im weiteren Verlauf eigentlich alle Weichen gestellt. Das dachte ich zumindest - ein einschneidender Einsatz im Sommer 2021 änderte jedoch alles.
Ich verließ den Einsatz- und Streifendienst und auch meinen Plan, Führungskraft zu werden, sollte ich vorerst nicht mehr verfolgen. Nach einem Abstecher zur Kriminalpolizei und 18 Monaten als Disponent in unserer Lage- und Führungszentrale fand ich einen dringend benötigten sicheren Hafen im Zentrum für Systemisches Einsatztraining. Die Qualifikationen zum Schusswaffeneinsatz-, Systemischen Einsatztrainer und Trainer für lebensbedrohliche Einsatzlagen, die mit meiner neuen Funktion verbunden waren, führten mir folgende Erkenntnis vor Augen:
Die Tätigkeit als Dozent bzw. Trainer erfüllt mich genauso, wie die Arbeit auf der Straße.
Selbstständigkeit
Und genau dieser Freude bin ich immer weiter nachgegangen. Mit der Hilfe von zwei gut vernetzten Freunden öffneten sich weitere Türen: Über die Jahre begann ich Vorträge bei Feuerwehren, Rettungsdiensten, Kliniken, Gerichten und anderen Polizeibehörden zu halten. Die Themen waren vielfältig: Zusammenarbeit der BOS, Hochstressmanagement, Taktik, Selbstschutz, Notfallmedizin uvm.
Begleitend erwarb ich privat etwaige Zusatzqualifikationen, wurde unter anderem TECC-Instructor und Operator für medizinische Hochwertsimulatoren. Zudem beschäftige ich mich bis heute anhaltend mit meiner eigenen Rheotorik, Vortragsweise und -struktur.
Auch mein Kundenkreis wuchs weiter. Mittlerweile bin ich bundesweit und im europäischen Ausland unterwegs. Dabei darf ich unter anderem als Simulator-Operator die Bundeswehr sowie unsere NATO-Verbündeten in der Aus- und Fortbildung ihrer Sanitätskräfte unterstützen.
Sicherheit & Privatwirtschaft
Letztlich wurde auch die Privatwirtschaft auf mich aufmerksam. Nur mit Visitenkarten und einem guten Netzwerk bewaffnet, öffnete sich auch hier die ein oder andere Tür. Mittlerweile erstelle ich Konzepte zu den Themen Gefahrenanalyse, Standort- sowie Personensicherheit, überprüfe bestehende Sicherheitskonzepte auf ihre Wirksamkeit und bilde Sicherheitsverantwortliche in diesen Unternehmen fort.
Masterstudium
Um all das, was ich über die Jahre erleben, erlernen und arbeiten durfte, abzurunden, habe ich im September 2025 mein Masterstudium im Krisen- und Notfallmanagement am Bildungszentrum für Gefahrenabwehr und Krisenmanagement der Hochschule Fresenius begonnen.
Und was soll ich sagen? Der Studiengang könnte meine Erfahrungen nicht besser in Form gießen. Insbesondere der Themenbereich der übergeordneten Stabsarbeit ist dabei für mich einer der spannendsten Faktoren des Studiums.
Was ist also meine Vision?
Meine Vision ist es, ein realistisches Bild der Themen Sicherheit & Gewalt in unserer Gesellschaft zu etablieren.
Für mich gibt es nicht den einen Weg oder die eine Lösung, die immer funktioniert. Letztlich entscheiden Ihre Bedürfnisse, die individuellen Voraussetzungen des Handelnden sowie die Bedingungen der jeweiligen Lage über Erfolg und Misserfolg.
Mein oberstes Ziel ist es, für jede Ihrer medizinischen und sicherheitsspezifischen Fragen eine für Sie passende Antwort zu finden. Zudem möchte ich aufklären - über die komplexen Prozesse in gefahrenbewehrten Situationen, über die Abwesenheit absoluter Sicherheit, über Gewaltdynamik und über die Grenzen der menschlichen Handlungsfähigkeit.
Dabei greife ich auf meine umfassenden Erfahrungen zurück, um keinen relevanten Aspekt außer Acht zu lassen und realitätserprobte Problemlösungen sowie entsprechende Fortbildungen zu gestalten. Letztlich möchte ich damit das gesellschaftliche Verständnis für diese komplexen Fragen erweitern, die individuellen Fähigkeiten des jeweils Handelnden optimieren und krisenfeste Organisationsstrukturen etablieren.